Die Geschichte Italiens
 
Historisches aus Südeuropa

Schon seit der Antike ist Italien ein europäisches Kulturzentrum. Es stand im Zentrum des Römischen Reiches mit Rom als Hauptstadt. Die italienische Geschichte, verstanden als Geschichte des italienischen Nationalbewusstseins oder der italienischen Kultur, ist lang und verwinkelt. In groben Zügen lässt sie sich in folgende Abschnitte unterteilen: Römisches Reich, Mittelalter und frühe Neuzeit, Nationalstaatsbildung, Weltkriege und die italienische Republik. Im Mittelalter zerfiel das ehemals geeinte Land in unterschiedliche Herrschaftsbereiche. Norditalien wurde im Rahmen der karolingischen Reichsteilungen wieder zu einem eigenständigen souveränen Königreich. 951 wurde es aber durch Otto den Großen mit dem Deutschen Reich verbunden 754/56 entstand der römisch katholische Kirchenstaat des Papstes.

Das so genannte „Patrimonium Petri“, der weltliche Staat des Papstes. Der Republik Venedig gelang es bis zum Einmarsch Napoleons sowohl vom norditalienischen Königreich als auch vom Deutschen reich unabhängig zu bleiben. In Süditalien bildeten die Normannen 1130 das „Königreich Sizilien“. Die süditalienischen Staaten hatten die Normannen im Kampf gegen die Araber zur Hilfe gerufen. Das Königreich Sizilien wurde 1190 an die Dynastie der Staufer vererbt. Ihnen folgten die Anjous und dann die Aragon nach. Nach der Entdeckung Amerikas verlor Italien an wirtschaftlicher Bedeutung, da sich die Haupthandelsrouten vom Mittelmeer in den Atlantik verlagerten.
1815 fand der Wiener Kongress statt. In Italien begünstigte er die Entstehung des so genannten „Risorgimento“, des Wachstums der nationalen Einigungs- und Unabhängigkeitsbewegungen. Besondere Bedeutung im Kampf um den Nationalstaat kam den Freiwilligenverbänden unter Giuseppe Garibaldi zu.

1860 wurde Italien unter Viktor Emmanuel II, dem König des Königreichs Piemont-Sardinien, vereint.. 1866 verleibte sich der italienische Staat Venetien ein. Vier Jahre später, im Jahr 1870, erging es dem größten Teil des Kirchenstaats ebenso. Im Rahmen des so genannten „Irredentismus“ wurden auch Trentino und Istrien der italienischen Nation zugeführt. Dieses Ziel erreichte Italien durch die eigene Beteiligung am Ersten Weltkrieg auf Seiten der Ententemächte. Im Jahr 1922 wurde Benito Mussolini von König Viktor Emanuel III zum Ministerpräsidenten ernannt. Bis 1926 gelang es Mussolini seine faschistische Herrschaft zu etablieren.

Fatal für Mussolini wurde die von ihm angestrebte enge Bindung an das faschistische Deutschland., die 1936 mit der Verkündung der „Achse Berlin-Rom“ deutliche Form annahm. Aber Italien stand im Zweiten Weltkrieg auf Seiten der Verlierer. 1946 wurde die italienische Republik gegründet. 1948 trat die republikanische Verfassung in Kraft. Italien gelang es in den folgenden Jahren in der europäischen Gemeinschaft eine wichtige Rolle zu übernehmen. Unter anderem wurde es zum Mitbegründer der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Innenpolitisch wurde Italien von Regierungskrisen und wechselnden Koalitionsregierungen geplagt.